In einer Welt, die zunehmend vom Sichtbaren überflutet ist, richtet Imperfaction den Blick auf das, was vergeht. Die Serie von D.T. zeigt Tiere nicht als dominante Protagonisten, sondern als fragile Erscheinungen in einer Natur, die selbst zur Erinnerung wird:
Ein Eisbär im schwindenden Weiß der Nacht, ein Fuchs, im seichten Grün der Dämmerung, ein Schneeleopard im lautlosen Blau der Höhe – 12 Werke, wie aus Licht und Nebel geboren, auf der Schwelle zwischen Sein und Nichtsein.
Der Stil der Serie – zwischen impressionistischer Auflösung und digitaler Fragilität – unterstreicht das zentrale Thema: Vergänglichkeit als Form.
Die Werke existieren zunächst nur für einen kurzen Moment in physischer Gestalt: klassisch gefertigt, mit Buntstift, Acryl oder Öl. Danach werden sie zerstört – und leben fort als digitale Bilder, deren Pixel nunmehr fragmentiert an das erinnern, was einmal war.
Was bleibt, ist das Reale - haptisch, anfällig, endlich. Eine bewusste Analogie zu jener grundlegenden Wahrheit, der alles Lebendige unterliegt.
Der Titel Imperfaction, ein Neologismus aus „Imperfaction“ und „Action“, beschreibt den unwiderruflichen Schritt hin zur Unvollkommenheit – und deren Anerkennung als schöpferisches Prinzip.
Nicht das Perfekte soll überdauern, sondern das Berührbare, das Flüchtige, das Verletzliche.
Eine stille Hommage an das Tier – nicht als Trophäe, sondern als Idee. Und eine Einladung, das Verschwinden nicht als Verlust, sondern als leises Geschenk zu begreifen.
Gedanken
D. Tappert, Jahrgang 1972, lässt sich und seine Arbeit nur schwer im Sinne klassischer Kategorien einordnen. Er versteht sich als Suchender – jemand, dem, wie er selbst sagt, am Ende meist mehr Fragen bleiben als Antworten entstehen. Autodidakt, Handwerker, Denker und Poet, mit einer ausgeprägten Empathie für das Unvollkommene und einem tiefen Respekt vor der Einzigartigkeit der Schöpfung.
Seine Arbeitsweise als unorthodox zu bezeichnen, greift zu kurz. Tappert arbeitet in Öl und Acryl, mit Kohle – und mit allem, was Spuren hinterlässt. Grenzen zwischen Disziplinen sind für ihn durchlässig: Bildhauerei, Malerei, Schreiben, Fotografie, analoge wie digitale Verfahren greifen ineinander, werden aufgebaut, weiterentwickelt und wieder verworfen.
Die Auseinandersetzung mit einem Thema endet für ihn nicht, wenn es erschöpft ist, sondern wenn sich ein inneres Verstehen einstellt. In diesem Moment beginnt das Thema bereits zu verblassen. Die begrenzte Auswahl innerhalb von Imperfaction ist Ausdruck dieses Übergangs: nicht Reduktion, sondern Abschluss.
Die Motive selbst folgen einer lebenslangen Nähe zur Tierwelt. Schon früh galt seine Aufmerksamkeit weniger dem Menschen als dem stillen, eigenständigen Dasein der Tiere – Wesen, die existieren, ohne sich erklären zu müssen. Dass Imperfaction Tiere zeigt und keine Maschinen oder Objekte, ist daher keine ästhetische Entscheidung, sondern eine konsequente. Imperfaction ist kein fortlaufendes Projekt, sondern ein Zustand – ein bewusst vergänglicher Moment zwischen Form und Auflösung.
Die zwölf in dieser Edition gezeigten Arbeiten sind pro Motiv auf 24 Exemplare limitiert und ab sofort erhältlich. 100 % der Erlöse fließen vollständig in den Tier- und Artenschutz. Die Kosten für Material, Produktion und Versand trägt der Künstler.
Jedes Werk ist von D. Tappert handsigniert und eindeutig authentifiziert.
Eine Neuauflage erfolgt nicht. Im Sinne der Imperfaction-Idee wurden sowohl die Originale als auch sämtliche Skizzen bewusst vernichtet.
In memory of Annina Tappert 1968 – 2026
In Erinnerung an einen Menschen, der Tiere über alles geliebt hat — und den wir über alles geliebt haben. Du wirst immer bei uns sein.
Fragen zur Edition beantworten wir gern auf Anfrage.
„Projekt Imperfaction“
PANZERHALLE
Alfred Nobel Straße 63–67
50169 Kerpen