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Imperfaction - vom verschwinden

In einer Welt, die zunehmend vom Sichtbaren überflutet ist, richtet Imperfaction den Blick auf das, was vergeht.
Die Serie von D.T. zeigt Tiere nicht als dominante Protagonisten, sondern als fragile Erscheinungen in einer Natur, die selbst zur Erinnerung wird:


Ein Eisbär im schwindenden Weiß der Nacht, ein Fuchs, im seichten Grün der Dämmerung, ein Schneeleopard im lautlosen Blau der Höhe – 12 Werke, wie aus Licht und Nebel geboren, auf der Schwelle zwischen Sein und Nichtsein.

Der Stil der Serie – zwischen impressionistischer Auflösung und digitaler Fragilität – unterstreicht das zentrale Thema: Vergänglichkeit als Form.



Die Werke existieren zunächst nur für einen kurzen Moment in physischer Gestalt: klassisch gefertigt, mit Buntstift, Acryl oder Öl.
Danach werden sie zerstört – und leben fort als digitale Bilder, deren Pixel nunmehr fragmentiert an das erinnern, was einmal war. 



Was bleibt, ist das Reale - haptisch, anfällig, endlich. Eine bewusste Analogie zu jener grundlegenden Wahrheit, der alles Lebendige unterliegt.


Der Titel Imperfaction, ein Neologismus aus „Imperfaction“ und „Action“, beschreibt den unwiderruflichen Schritt hin zur Unvollkommenheit – und deren Anerkennung als schöpferisches Prinzip.



Nicht das Perfekte soll überdauern, sondern das Berührbare, das Flüchtige, das Verletzliche.


Eine stille Hommage an das Tier – nicht als Trophäe, sondern als Idee. Und eine Einladung, das Verschwinden nicht als Verlust, sondern als leises Geschenk zu begreifen.

Vulpes vulpes – Der Fuchs

Der Rotfuchs ist ein Meister der Anpassung. Sein schlanker Körper, das hochentwickelte Gehör und der ausgeprägte Geruchssinn machen ihn zu einem präzisen Jäger kleiner Ungleichgewichte. Als opportunistischer Allesfresser reguliert er Nagetiere, verwertet Aas und schließt Lücken im ökologischen Gefüge. In der Wissenschaft gilt er als Schlüsselindikator für funktionierende Kulturlandschaften: Wo der Fuchs lebt, sind Übergänge intakt – zwischen Wald und Feld, Wildnis und Zivilisation.


Und doch ist er mehr als ein Datensatz. Der Fuchs bewegt sich leise durch die Dämmerung, als wüsste er um seine Rolle zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Er ist kein dominantes Tier, sondern ein Grenzgänger – wachsam, vorsichtig, anwesend ohne sich aufzudrängen.


Würde der Fuchs verschwinden, ginge nicht nur ein Regulator verloren. Es verschwände ein Prinzip: das der stillen Ausbalancierung. Nagetierpopulationen würden explodieren, Krankheitsdynamiken kippen, Landschaften verarmen in ihrer feinen Ordnung. Vor allem aber verlöre die Natur eine ihrer leisen Intelligenzen – ein Wesen, das zeigt, dass Überleben nicht Lautstärke braucht, sondern Aufmerksamkeit.


Imperfaction zeigt den Fuchs nicht als bedrohte Art, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil er kurz vor dem Ende steht – sondern weil auch das scheinbar Stabile nur geliehen ist.

Fine Art Print (backlit UV print)


Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Ursus arctos – Der Braunbär

Der Braunbär ist ein ökologischer Generalist mit präziser Wirkung. Als Allesfresser verbindet er pflanzliche und tierische Nahrungsketten, verbreitet Samen über große Distanzen und öffnet durch Graben und Wenden des Bodens neue Wachstumsräume. In vielen Ökosystemen gilt er als Schlüsselart, weil seine bloße Anwesenheit Struktur schafft: Beutetiere verändern ihr Verhalten, Vegetation erholt sich mosaikartig, Dynamiken bleiben beweglich.


Bemerkenswert ist jedoch nicht nur, was der Braunbär tut – sondern was er lässt. Verhaltensbiologische Beobachtungen zeigen, dass Braunbären Phasen ausgeprägter Ruhe haben: Sie sitzen, stehen oder liegen scheinbar untätig und beobachten ihre Umgebung über lange Zeiträume. Kein Jagen, kein Suchen. Nur Wahrnehmung. Diese Momente sind keine Trägheit, sondern Orientierung – ein Einlesen in Wind, Geräusche, Gerüche und Bewegung. Der Bär nimmt die Landschaft auf, bevor er Teil von ihr wird.


Würde der Braunbär verschwinden, verlöre die Natur nicht nur einen Regulator. Es ginge eine Form von Präsenz verloren, die nicht eingreift, sondern versteht. Ökosysteme würden ärmer an Übergängen, hektischer in ihren Abläufen, blinder für feine Signale.


Imperfaction zeigt den Braunbären nicht als Bedrohung oder Machtfigur, sondern als fragile Erscheinung. Als ein Wesen, das manchmal einfach dasitzt – und damit daran erinnert, dass Beobachtung eine Form von Zugehörigkeit ist.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Panthera uncia – Der Schneeleopard

Der Schneeleopard ist ein hochspezialisierter Bewohner extremer Höhenlagen. Sein dichtes Fell, der lange balancierende Schwanz und die ungewöhnlich großen Nasenhöhlen sind Anpassungen an dünne Luft, Kälte und steiles Gelände. Als scheuer Spitzenprädator reguliert er Wildschaf- und Ziegenpopulationen und hält fragile Hochgebirgsökosysteme im Gleichgewicht. In der Biologie gilt er als Schirmart: Wo der Schneeleopard überlebt, überleben viele andere Arten mit ihm.


Doch seine eigentliche Besonderheit liegt in seiner Unsichtbarkeit. Der Schneeleopard ist kaum je zu sehen – selbst dort, wo er lebt. Er verschmilzt mit Fels, Schnee und Schatten, als sei er weniger ein Tier als ein Zustand der Landschaft. Präsenz zeigt sich bei ihm nicht durch Dominanz, sondern durch Abwesenheit von Spuren.


Würde der Schneeleopard verschwinden, verlöre das Hochgebirge seinen stillen Taktgeber. Beutetiere würden übernutzen, Vegetation sich zurückziehen, Hänge instabil werden. Vor allem aber ginge eine Form von Ordnung verloren, die ohne Kontrolle auskommt – eine Balance, die allein durch Zurückhaltung entsteht.


Imperfaction zeigt den Schneeleoparden nicht als Ikone der Bedrohung, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil er selten ist – sondern weil das Unsichtbare zuerst verschwindet, lange bevor sein Fehlen bemerkt wird.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Haliaeetus leucocephalus – Der Weißkopf-Seeadler

Der Weißkopf-Seeadler ist ein hochspezialisierter Prädator aquatischer Systeme. Seine enorme Spannweite, der kraftvolle Greiffuß und die außergewöhnliche Sehschärfe erlauben es ihm, Beute aus großer Distanz präzise zu erfassen. Als Spitzenprädator reguliert er Fischpopulationen, nutzt Aas und stabilisiert Küsten- und Flussökosysteme. In der Umweltforschung gilt er als Bioindikator: Seine Präsenz verweist auf saubere Gewässer, funktionierende Nahrungsketten und langfristige ökologische Kontinuität.


Doch seine Wirkung reicht über Zahlen und Messreihen hinaus. Der Adler kreist nicht rastlos – er wartet. Seine Bewegung ist ökonomisch, seine Präsenz distanziert. Er beherrscht den Raum nicht durch Aggression, sondern durch Übersicht. Höhe wird bei ihm zur Haltung.


Würde der Weißkopf-Seeadler verschwinden, verlöre das System mehr als einen Räuber. Die Balance der Gewässer würde kippen, trophische Ebenen entkoppeln sich, ökologische Rückmeldungen verstummen. Vor allem aber ginge ein Maßstab verloren: die Erinnerung daran, dass Größe Verantwortung trägt und Macht nur dort Sinn hat, wo sie begrenzt bleibt.

Imperfaction zeigt den Weißkopf-Seeadler nicht als nationales Symbol, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil er am Rand des Verschwindens steht – sondern weil selbst das Erhabene nur existiert, solange seine Bedingungen bestehen.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Capreolus capreolus – Das Reh

Das Reh ist kein Prädator, sondern ein feiner Seismograf der Landschaft. Als selektiver Pflanzenfresser reagiert es sensibel auf Veränderungen in Vegetationsstruktur, Störungen und Fragmentierung. Sein Verdauungssystem ist auf hochwertige, leicht verdauliche Pflanzen spezialisiert – Knospen, Triebe, junge Blätter. In der Ökologie gilt das Reh als Indikatorart: Wo es sich zurückzieht, stimmt meist etwas Grundlegendes nicht mehr.


Seine Präsenz ist leise. Das Reh tritt nicht in den Raum, es erscheint. Bewegungen sind reduziert, Gesten minimal, Flucht stets mitgedacht. Es lebt in einem permanenten Zustand erhöhter Aufmerksamkeit – nicht aus Angst, sondern aus Feinabstimmung. Jede Veränderung wird registriert, jeder Windhauch eingeordnet.


Würde das Reh verschwinden, verlöre die Landschaft ein Maß für ihre eigene Zartheit. Pflanzengesellschaften würden sich grob verschieben, Übergänge verarmen, Rückmeldungen ausbleiben. Vor allem aber ginge eine Form von Wahrnehmung verloren: das Wissen, dass Ökosysteme nicht nur von Kraft, sondern von Sensibilität zusammengehalten werden.


Imperfaction zeigt das Reh nicht als Beute, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil es schwach ist – sondern weil das Feine zuerst verschwindet, wenn Räume zu laut werden.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Ursus maritimus - Polarbär

Der Polarbär ist das größte Landraubtier unserer Zeit – ein Wesen von überraschender Stille und doch eindringlicher Präsenz. In seinem weißen Fell, das Licht mehr sammelt als es reflektiert, wirkt er wie ein wandernder Ausschnitt der Arktis selbst. Er bewegt sich mit einer Ruhe, die nur Tiere kennen, die seit Jahrtausenden in einer Welt aus Eis, Wind und weiten Horizonten leben – eine ökonomische Eleganz, geprägt von einer Umgebung, in der jedes Geräusch weit trägt und jedes Zögern Folgen hat.


Seine Kraft manifestiert sich nicht in Lautstärke, sondern in der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Tieres, das seit Jahrtausenden in einer extremen Umwelt besteht. Der Polarbär ist kein Symbol der Stärke – er ist ein Produkt seiner Bedingungen: hochspezialisiert, präzise angepasst, vollkommen im Einklang mit dem Rhythmus von Kälte, Dunkelheit und Weite.


Und doch liegt in dieser Spezialisierung die Tragödie seiner Existenz. Schwindet das Eis, verliert er sein Reich, seine Wanderrouten, seine Jagdgründe. Mit jedem Jahr wird sein Lebensraum kleiner, und mit ihm verschwindet ein Stück jener uralten Welt, die er verkörpert.


Der Verlust dieser Art wäre mehr als eine ökologische Zäsur. Es wäre das Ende einer Linie, die die Arktis über Jahrtausende geprägt hat – das Verstummen einer der letzten großen Geschichten unseres Planeten; ein stiller, aber tiefer Einschnitt in das Gefüge einer Region, deren Wesen ohne den Polarbären weniger vollständig wäre.


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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Ramphastidae – Der Tukan

Der Tukan ist ein hochspezialisierter Bewohner der tropischen Waldkronen. Sein auffälliger Schnabel wirkt überdimensioniert, ist jedoch ein präzises Werkzeug: leicht gebaut, reich durchblutet, geeignet zur Fruchtaufnahme, Reichweitenvergrößerung – und zur Thermoregulation. Als überwiegend frugivorer Vogel spielt der Tukan eine zentrale Rolle bei der Samenverbreitung großfrüchtiger Pflanzen. Viele Baumarten des Regenwaldes sind auf ihn angewiesen, weil ihre Samen ohne seinen Transport keine neuen Räume erreichen würden.


Doch der Tukan wirkt nicht eilig. Er bewegt sich bedacht zwischen Ästen, beobachtet, wägt ab. Seine Farben erscheinen laut, sein Verhalten ist es nicht. In der Höhe des Blätterdachs lebt er in einer Zone zwischen Licht und Schatten, dort, wo Früchte reifen und Zeit langsamer vergeht. Seine Präsenz ist punktuell – sichtbar, dann wieder verschwunden.

Würde der Tukan verschwinden, verlöre der Regenwald einen seiner stillen Architekten.


Pflanzengesellschaften würden fragmentieren, genetische Vielfalt abnehmen, der Wald sich in sich selbst zurückziehen. Vor allem aber ginge ein Prinzip verloren: dass Ausbreitung auch Fürsorge sein kann – und dass Schönheit im Dienst eines Kreislaufs steht.


Imperfaction zeigt den Tukan nicht als exotisches Ornament, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil seine Farben verblassen – sondern weil selbst das Leuchtende verschwindet, wenn die Wege zwischen den Dingen abbrechen.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Bison bison – Das Bison

Das Bison ist ein großskaliger Gestalter von Landschaft. Mit seiner Masse, seinem Wanderverhalten und seiner selektiven Nahrungsaufnahme formt es Grasländer, hält sie offen und vielfältig. Als ökologischer Ingenieur schafft es durch Tritt, Fraß und Düngung ein Mosaik aus Mikrohabitaten, von dem Insekten, Vögel und Pflanzen gleichermaßen profitieren. Wo Bisons ziehen, entstehen resiliente Systeme – dynamisch, aber stabil.


Doch das Bison wirkt nicht durch Hast. Es bewegt sich langsam, entschlossen, scheinbar unbeirrbar. Seine Präsenz ist geerdet, sein Rhythmus groß. Es verkörpert eine Zeitlichkeit, in der Landschaft nicht genutzt, sondern durchlebt wird. Kraft erscheint hier nicht als Angriff, sondern als Beharrlichkeit.


Würde das Bison verschwinden, verlöre das Grasland seinen Pulsschlag. Flächen würden verfilzen, Artenvielfalt schrumpfen, Feuerregime kippen. Vor allem aber ginge ein Prinzip verloren: dass Größe Verantwortung gegenüber dem Raum trägt, den sie einnimmt – und dass Stabilität aus Bewegung entsteht.


Imperfaction zeigt das Bison nicht als Relikt vergangener Wildnis, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil es machtlos wäre – sondern weil selbst das Schwerste verschwindet, wenn sein Raum kleiner wird.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Corvus corax – Der Rabe

Der Kolkrabe zählt zu den intelligentesten Vögeln der Erde. Neurobiologisch nachgewiesen verfügt er über Problemlösefähigkeiten, Werkzeuggebrauch und ein Langzeitgedächtnis, das individuelle Gesichter erkennt – über Jahre hinweg. Als Aasfresser und Allesverwerter übernimmt er eine zentrale hygienische Funktion im Ökosystem: Er beseitigt organische Reste, begrenzt Krankheitsherde und verbindet trophische Ebenen, die sonst voneinander getrennt blieben. In der Ökologie gilt der Rabe als Stabilisator offener Systeme.


Doch seine Präsenz reicht über das Funktionale hinaus. Der Rabe beobachtet. Er wartet. Er greift nicht ein, sondern entscheidet. Seine schwarze Silhouette ist kein Zeichen von Bedrohung, sondern von Distanz – ein Wesen, das die Welt liest, bevor es handelt. Er ist nicht Teil der Landschaft, er kommentiert sie.


Würde der Rabe verschwinden, verlöre die Natur einen Vermittler zwischen Leben und Tod. Kadaver blieben liegen, Kreisläufe stockten, Ordnung würde schwerfälliger. Vor allem aber ginge eine Form von Bewusstsein verloren: die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, ohne sie zu kontrollieren.


Imperfaction zeigt den Raben nicht als düsteren Mythos, sondern als fragile Intelligenz. Nicht weil er gefährdet ist – sondern weil selbst das Wissende verschwindet, wenn niemand mehr hinsieht.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Gorilla beringei  - Der Berggorilla

Der afrikanische Gorilla ist der größte lebende Primat. Seine Anatomie ist auf Kraft ausgelegt: massive Kaumuskulatur für faserreiche Pflanzenkost, lange Arme für das Knöchelgehen, ein Verdauungssystem, das Blätter, Triebe und Rinde in Energie übersetzt. 

Trotz seiner Statur ist er kein Jäger, sondern Vegetarier – ein Riese, der vom Grün lebt. 

In der Ökologie zentralafrikanischer Wälder wirkt er als Samenverbreiter und Landschaftsgestalter: Was er frisst, keimt anderswo.


Der Silberrücken ist kein Rangabzeichen, sondern ein Lebensabschnitt. Mit zunehmendem Alter färbt sich das Fell auf seinem Rücken grau – ein sichtbares Zeichen von Erfahrung. 

Er führt nicht durch Aggression, sondern durch Präsenz. Seine Gruppe besteht aus Weibchen, Jungtieren, Heranwachsenden; Bindung entsteht durch Nähe, Berührung, wiederholte Rituale. Konflikte werden meist durch Imponieren gelöst, nicht durch Kampf. In der Primatenforschung gilt der Gorilla als sozial stabil, kooperativ, erstaunlich sanft.


Sein Blick irritiert. In ihm liegt Verwandtschaft. Über 98 Prozent genetische Übereinstimmung mit dem Menschen sind kein poetisches Bild, sondern biologische Tatsache. Und doch ist der Unterschied radikal: Der Gorilla zerstört nicht, was ihn trägt. Er nimmt, was er braucht, und bleibt.


Würde der Gorilla verschwinden, verlöre der Regenwald mehr als einen Pflanzenfresser. Samen fänden andere Wege, Lichtungen wüchsen anders zu, Strukturen verschöben sich. Aber auch der Mensch verlöre etwas: eine leise Erinnerung daran, dass Macht nicht Lautstärke bedeutet.


Imperfaction zeigt den Silberrücken nicht als Monument der Kraft,
nicht als Projektionsfläche menschlicher Stärke. Sondern als fragile Erscheinung.

Nicht weil er uns ähnelt –
sondern weil es etwas über uns sagt, wenn selbst das, was uns am nächsten steht, keinen sicheren Ort mehr hat.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Sus scrofa – Das Wildschwein

Das Wildschwein ist ein ökologischer Umwälzer von bemerkenswerter Effizienz. Mit seinem kräftigen Rüssel lockert es Böden, wendet Laubschichten, legt Samen frei und schafft Keimräume für Pflanzen. Diese Tätigkeit – das sogenannte Wühlen – fördert Biodiversität, beschleunigt Nährstoffkreisläufe und erhöht die strukturelle Vielfalt von Wäldern. In der Ökologie gilt das Wildschwein als ökosystemischer Ingenieur: störend im Detail, ordnend im Ganzen.


Sein Sozialverhalten ist komplex. Rotten bestehen aus stabilen Familienverbänden, Kommunikation erfolgt über Laute, Gerüche und fein abgestimmte Gesten. Das Tier ist intelligent, lernfähig, anpassungsstark – Eigenschaften, die es durch Jahrtausende menschlicher Nähe getragen haben. Denn kaum ein anderes Wildtier war dem Menschen so lange und so unmittelbar verbunden.


Über Jahrhunderte war das Wildschwein mehr als Teil der Landschaft. Es war Nahrung, Überleben, Wintervorrat. Es stand am Übergang zwischen Wildnis und Kultur, zwischen Jagd und Acker, zwischen Dankbarkeit und Notwendigkeit. Für viele Generationen war es kein Symbol, sondern eine Realität: Fleisch bedeutete Leben.


Würde das Wildschwein verschwinden, verlöre der Wald seine Durchlüftung, seine Unruhe, seinen dunklen Rhythmus. Doch auch der Mensch verlöre etwas: die Erinnerung daran, dass Wohlstand einmal Beziehung war – nicht Entnahme.


Imperfaction zeigt das Wildschwein nicht als Problem oder Ressource, sondern als fragile Erscheinung. Und zwischen den Schichten von Erde und Geschichte liegt ein stilles Danke: dafür, dass dieses Tier uns so lange getragen hat, ohne je Teil unserer Erzählung werden zu wollen.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

Phoca vitulina – Der Seehund

Der Seehund ist ein hochangepasster Bewohner der Übergangszonen zwischen Meer und Land. Seine stromlinienförmige Gestalt, die sensiblen Vibrissen und das leistungsfähige Tauchvermögen ermöglichen ihm eine präzise Jagd auf Fische und wirbellose Meerestiere. Als mittelgroßer Prädator ist er fest in küstennahe Nahrungsnetze eingebunden und reagiert empfindlich auf Veränderungen von Fischbeständen, Wasserqualität und Lärm. In der Meeresbiologie gilt der Seehund als Indikatorart für gesunde Flachwasser- und Wattenmeer-Ökosysteme.


Doch seine Wirkung erschöpft sich nicht im Funktionalen. An Land wirkt der Seehund beinahe unbeholfen, liegend, ruhend, scheinbar unbeteiligt. Diese Ruhe ist kein Rückzug, sondern Regeneration. Er verbringt lange Phasen damit, einfach da zu sein – Wärme aufzunehmen, den Atem zu verlangsamen, den Rhythmus von Ebbe und Flut zu teilen. Seine Wachsamkeit ist subtil, nie dramatisch.


Würde der Seehund verschwinden, verlöre das Küstenmeer eine leise Rückmeldung über seinen Zustand. Nahrungsnetze würden aus dem Gleichgewicht geraten, ökologische Störungen blieben länger unbemerkt. Vor allem aber ginge eine Form von Präsenz verloren, die nicht dominiert, sondern vermittelt – zwischen Wasser und Land, Bewegung und Ruhe.

Imperfaction zeigt den Seehund nicht als niedliches Küstentier, sondern als fragile Erscheinung. Nicht weil er selten wäre – sondern weil selbst das Vertraute verschwindet, wenn seine Bedingungen zu selbstverständlich genommen werden.

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Image size: 20 × 20 cm


Frame: wooden frame

with glass, 30 × 30 cm


Edition:

limited to 25 copies, hand-signed

D. Tappert, Jahrgang 1972, lässt sich und seine Arbeit nur schwer im Sinne klassischer Kategorien einordnen. Er versteht sich als Suchender – jemand, dem, wie er selbst sagt, am Ende meist mehr Fragen bleiben als Antworten entstehen. Autodidakt, Handwerker, Denker und Poet, mit einer ausgeprägten Empathie für das Unvollkommene und einem tiefen Respekt vor der Einzigartigkeit der Schöpfung.


Seine Arbeitsweise als unorthodox zu bezeichnen, greift zu kurz. Tappert arbeitet in Öl und Acryl, mit Kohle – und mit allem, was Spuren hinterlässt. Grenzen zwischen Disziplinen sind für ihn durchlässig: Bildhauerei, Malerei, Schreiben, Fotografie, analoge wie digitale Verfahren greifen ineinander, werden aufgebaut, weiterentwickelt und wieder verworfen.


Die Auseinandersetzung mit einem Thema endet für ihn nicht, wenn es erschöpft ist, sondern wenn sich ein inneres Verstehen einstellt. In diesem Moment beginnt das Thema bereits zu verblassen. Die begrenzte Auswahl innerhalb von Imperfaction ist Ausdruck dieses Übergangs: nicht Reduktion, sondern Abschluss.


Die Motive selbst folgen einer lebenslangen Nähe zur Tierwelt. Schon früh galt seine Aufmerksamkeit weniger dem Menschen als dem stillen, eigenständigen Dasein der Tiere – Wesen, die existieren, ohne sich erklären zu müssen. Dass Imperfaction Tiere zeigt und keine Maschinen oder Objekte, ist daher keine ästhetische Entscheidung, sondern eine konsequente. Imperfaction ist kein fortlaufendes Projekt, sondern ein Zustand – ein bewusst vergänglicher Moment zwischen Form und Auflösung.

Die zwölf in dieser Edition gezeigten Arbeiten sind pro Motiv auf 24 Exemplare limitiert und ab sofort erhältlich. 100 % der Erlöse fließen vollständig in den Tier- und Artenschutz.
Die Kosten für Material, Produktion und Versand trägt der Künstler.


Jedes Werk ist von D. Tappert handsigniert und eindeutig authentifiziert.

Eine Neuauflage erfolgt nicht. Im Sinne der Imperfaction-Idee wurden sowohl die Originale als auch sämtliche Skizzen bewusst vernichtet.


In memory of Annina Tappert
1968 – 2026

In Erinnerung an einen Menschen, der Tiere über alles geliebt hat — und den wir über alles geliebt haben. Du wirst immer bei uns sein.


Fragen zur Edition beantworten wir gern auf Anfrage.

„Projekt Imperfaction“

PANZERHALLE

Alfred Nobel Straße 63–67

50169 Kerpen